Die Arbeitsgruppe besteht aus Greifvogel-Enthusiasten, die sich in Zusammenarbeit mit AVISON dem Schutz und der Erforschung der wildlebenden Greifvögel und Eulen insbesondere in Braunschweig und dem nahen Umfeld widmen. Seit 1992 betreuen wir ein Gebiet von ca. 100 km² im Norden Braunschweigs. Unsere Arbeiten haben leider bewiesen, dass die Zahl und der Bruterfolg von Mäusebussarden und Rotmilanen in unserem Gebiet in den letzten 20 Jahren dramatisch abgenommen hat.
Wir arbeiten momentan an Projekten, den Greifvögeln zu helfen und sind hier auf die Hilfe von zusätzlichen Mitarbeitenden dringend angewiesen, die uns dabei oder bei der Brutbeobachtung helfen! Auch wer nicht kontinuierlich mitarbeiten kann, kann beitragen, indem er uns Greifvogel-Horste oder Eulenbeobachtungen im Stadtgebiet oder näheren Umfeld per E-Mail oder über die Webseite meldet.
Das Jahr in der Greifvogel AG lässt sich in drei Phasen unterteilen. Wo man nun genau den Beginn der Saison zieht, ist vermutlich jedem selbst überlassen.
Im Moment beschränkt sich unsere Arbeit auf die Kartierung der Greifvögel im Gebiet. Mit Greifvögeln sind in diesem Falle auch die Falken eingeschlossen, da sie zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft ebenfalls noch zu den Greifvögeln gezählt wurden.
Die 12 bei uns vorkommenden Arten können in zwei Gruppen unterteilt werden:
Zur ersten lassen sich folgende 6 Arten zählen:
Mäusebussard, Sperber, Habicht, Seeadler, Turmfalke, Wanderfalke
Zur zweiten Kategorie gehören folgende 6 Arten:
Wespenbussard, Rohrweihe, Wiesenweihe, Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke
Jede Art hat eigene Ansprüche an ihren Lebensraum und ihre Nahrung. Somit sind nicht alle Arten zur gleichen Zeit im selben Stadium ihrer Brut. Wenn beispielsweise die ersten Mäusebussarde Mitte Juni flügge werden, schlüpfen die Küken der Wespenbussarde erst zu diesem Zeitpunkt. Deswegen ist es wichtig, sich mit allen Arten vertraut zu machen.
Falken bauen keine eigenen Nester, sondern nutzen Höhlen in Bäumen, Plateaus oder Nisthilfen. Rohrweihe und Wiesenweihe sind Bodenbrüter, wobei die Rohrweihe bevorzugt in Röhrichtbeständen und die Wiesenweihe auf Wiesen und Feldern brütet.
Die meisten Arten suchen jedes Jahr denselben Niststandort wieder auf. Bessern ihren Horst mit dem Anbruch des Frühlings aus, vergrößern ihn oder füllen Lücken, die durch herbstliche Stürme entstanden sein können. Um einen guten Überblick der Horste in seinem Gebiet zu bekommen, sollte deswegen, sobald die Bäume kein Laub mehr tragen, nach vielleicht übersehenen Horsten gesucht werden. Diese Punkte werden dann in einer Karte gesammelt. Hierbei kann es sich auch als sehr nützlich erweisen, gewisse Fixpunkte aufzuschreiben, um das Nest auch im Frühling wiederzufinden.
Mit Beginn der Brutzeit suchen die Altvögel geeignete Neststandorte auf, balzen und bauen am Nest. Die bezogenen Nester sollte man dann notieren, um in den darauffolgenden Wochen zu beobachten, ob ein Altvogel auf dem Nest sitzt, um die Eier zu bebrüten.
Rohrweihe und Wiesenweihe sind als Bodenbrüter vor allem über den Transport von Nistmaterial zu erfassen. Wespenbussarde können gut während der Balz mit dem typischen Schmetterlingsflug Link zu Youtube gefunden werden.
Alle die von uns erfassten Arten verhalten sich am Neststandort heimlich und sollten unter keinen Umständen gestört werden. Deshalb ist ein Fernglas ein essentielles Werkzeug.
Im Laufe der Brutsaison muss immer wieder im Gebiet kontrolliert werden, ob bereits Junge gefüttert werden. Die Bebrütungsdauer der meisten Arten beträgt in etwa einen Monat, die anschließende Dauer der Fütterung der Jungvögel im Nest ist stark artabhängig und dauert bei den meisten Arten etwa einen Monat an. Die längste Aufziehzeit hat der Seeadler mit bis zu 90 Tagen Nestlingsdauer.
Im Anschluss halten sich die Jungvögel noch einige Wochen im Familienverband auf, bis sie selbstständig auf Nahrungssuche gehen.
Wenn Sie an Greifvögeln und Eulen interessiert sind und ein Gebiet übernehmen wollen oder Informationen zum Brutgeschehen in Ihrer Umgebung haben, melden Sie sich bitte bei rueger@nabu-braunschweig.de