Der NABU Braunschweig bekommt immer wieder Hinweise von aufmerksamen Mitgliedern zu potenziellen Umweltzerstörungen in der Region, etwa zum Holzeinschlag in Naturschutzgebieten wie jüngst im NSG Mascheroder und Rautheimer Holz. In diesem Gebiet wurden vier Alteichen sowie angrenzende Hainbuchen gefällt.
Solche Fällungen können massive Eingriffe in die Natur darstellen und den Natur- und Artenschutz gefährden. Handelt es sich um Eingriffe in FFH- oder NSG-Gebieten, ist eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde notwendig. Daher ist es wichtig, die genauen Hintergründe zu kennen und zu prüfen.
Um den Vorfall zu klären, wandte sich der NABU Braunschweig daher direkt an die Untere Naturschutzbehörde (UNB). Schnell konnte festgestellt werden, dass die Fällungen in Abstimmung zwischen dem zuständigen Revierförster und der UNB erfolgte. Wie die UNB weiter mitteilte, waren die vier Alteichen durch den Zweipunkt-Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus) befallen. Die Larven des Käfers zerstören mit ihren Fraßgängen das Kambium des Baumes und sorgen so dafür, dass der Nährstoff- und Wassertransport nicht mehr ausreichend stattfinden kann. Die Folge davon: Das Absterben des Baumes.
Um die Ausbreitung des Käfers und den Befall weiterer Eichen zu verhindern, wurden die betroffenen Bäume gefällt. Zusätzlich sollte eine Freifläche zur künstlichen Verjüngung von Eichen geschaffen werden. Aus diesem Grund wurden die Buchen in diesem Bereich ebenfalls entnommen. Insgesamt geschah alles regelkonform und unter Beachtung des Natur- und Artenschutzes.
Hinweise zu möglichen Umweltschäden sind sehr wertvoll. Dem NABU Braunschweig ist es ein Anliegen, Vorfälle, wie den oben beschriebenen, aufzuklären. Dazu wird stets umfassend geprüft, ob und in welcher Form Eingriffe in die Natur vorliegen. Sieht der Verein den Natur- und Artenschutz gefährdet, wird gegebenenfalls auch geklagt. Zudem unterstützt der NABU Braunschweig den Ankauf von Flächen, um achtloses Handeln gegenüber der Natur zu verhindern. Schließlich ist es das oberste Ziel, Biodiversität zu fördern und wertvolle Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Co. zu schützen und zu erhalten.
Julia Reinsch
