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„Kulturschutz contra Naturschutz“

Der Vortrag „Kulturschutz contra Naturschutz“ ist als selbstkritische Analyse unserer Maßnahmen
für den Natur- und Artenschutz zu verstehen.  Dabei wurde Kulturschutz als Bewahrung der durch menschliche Aktivitäten geschaffenen Kultur-Landschaften und deren Habitate definiert.

Problem:
Unsere Kultur hat sich weiterentwickelt, so dass viele ursprüngliche Arten z.B. durch ganz andere Bewirtschaftungsmethoden ihren gewonnenen Platz bereits wieder verlieren. Der Wunsch diese Arten dennoch zu halten, erfordert große Aufwände (s. Feldhamster)
Dagegen bedeutet Naturschutz, der Natur die eigene Entwicklung zu überlassen. Dazu benötigt die Natur unvergiftete  Flächen und Räume. Maßnahmen wären hier also, Flächen dauerhaft aus dem Betrieb zu nehmen. 

Nach dieser ersten Klärung stellte der Referent die These auf, dass die Mittel für den Natur und Artenschutz beschränkt sind, und dass es natürlich das Ziel sein muss mit diesen Mitteln eine optimale Wirkung zu erzielen. Optimal bemisst sich an den möglichen Zielen maximale Biodiversität, maximale Biomasse, Erhalt des Genpools. Effizienz bedeutet : möglichst nachhaltige Maßnahmen also mit beschränkten Mitteln einen großen und langfristigen Nutzen zu kreieren. 

Anhand der aufeinander aufbauenden  Organisationsschichten , Mikroorganismen, Vegetation, Insekten, Säugetiere und Vögel sowie Mensch sowie deren Wirkketten von unten nach oben haben nachhaltige Maßnahmen in der Regel möglichst unten anzusetzen. Im Beispiel müssten Vögel nicht gefüttert werden, wenn ein Naturgarten mit genügend natürlichen Ressourcen vorläge. Ein Blick in die Vergangenheit in der nur bei Extremereignissen geholfen wurde, beweist diese These im Grundsatz.  Die Gefahr der Fütterung bedeutet wiederum, die Tiere von den Futterquellen abhängig zu machen, so dass diese Fütterung niemals enden darf.

 

Die Moorente war in Deutschland ausgestorben und wurde durch Wiederansiedlungsprojekte wieder etabliert.
Moorente auf dem Kreuzteich

Nach einem Exkurs zu Steckbriefen zu Tieren, die teilweise bereits in roten Listen auftauchen, wird gezeigt, wie unserer neue Kultur Tiere von Kulturflüchtern zu obligatorischen Kulturfolgern macht. Obligatorische Naturfolger sind solche, die ohne den Menschen nicht mehr überlebensfähig sind.


Das Ganze geschieht mit einer hohen emotionalen Komponente der Menschen, die natürlich glauben, etwas Gutes zu tuen. Dem Referenten ist es wichtig, diese Menschen nicht zu enttäuschen, nicht von ihrer großen Hilfsbereitschaft abzubringen aber auch den Blick für die Ursachen der heutigen Situation zu öffnen.

Gegen Ende des Vortrags wurden verschiedene weitere Projekte und Entwicklungen z.B. die Wiederansiedlung des Waldrapp und die Maßnahmen zur jährlichen Amphibienwanderung besprochen. In Kritik sowohl die Kosten als auch der massive Betoneinsatz für die Amphibienleitanlagen, die statisch davon ausgehen, dass sich die Natur nicht ändert  und die Tiere hier immer wandern werden. Der Referent hält entgegen, dass bereits einige Bauwerke als Fehlplanung eingestuft seien und dass der Nutzen auf den Populationserhalt nicht
wirklich bewiesen sei. Zwar gäbe es Modellvergleichsberechnungen, die hätten aber Schwächen.
Zusätzlich wird auf neue Erkennungsmethoden per KI  und damit möglich dynamische Sperrungen verwiesen, die viel günstiger seien. 

Fazit ist, dass jede Instanz ob EU, Land, Stadt Behörde Verein oder Bürger durchaus ein großes Repertoire nachhaltiger Maßnahmen zur Verfügung steht. Diese werden noch einmal genannt. Insbesondere wird das verabschiedete Wiederherstellungsgesetz in seiner Wichtigkeit hervorgehoben, weil damit alle EU Länder eine Naturschutzplanung durchführen und umsetzen müssen.

 

 

In Summe ein faktenreicher sehr vielschichtiger und deswegen komplex wirkender Vortrag, der das Publikum ziemlich beansprucht hat und deswegen besser in 2 oder 3 Themenblöcke  aufzuteilen gewesen wäre. 

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