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Bezirksgruppe
Braunschweig e.V.
Faunistische Arbeitsgemeinschaft Südost-Niedersachsen (FAS)
In der FAS tragen
sowohl Mitglieder aus den avifaunistischen Arbeitsgruppen als
auch viele Einzelbeobachter ornithologische Beobachtungen
zusammen. Bereits seit über 60 Jahren wird in dieser zur
Bezirksgruppe Braunschweig des NABU gehörenden überregionalen
Arbeitsgemeinschaft eine kontinuierliche, avifaunistische
Datensammlung für das sogenannte Braunschweiger Hügelland
betrieben. Die ungefähren Grenzen dieser historischen
Gebietsbeschreibung sind in etwa die Allerniederung (N),
Sachsen-Anhalt (O), der Nördliche Harzrand (S) und der Linie
Langelsheim-Innerste-Peine (W). Weit über 300.000 Datensätze
geben inzwischen einen Überblick über die ungefähre
Bestandsentwicklung der meisten Vogelarten.
Die Arbeitsgemeinschaft trifft sich jeweils einmal im März und im Oktober im Gemeinschaftshaus Weststadt (Ludwig-Winter-Str. 4) zu einem Informationsabend. Dort werden aktuelle Themen besprochen, Informationen ausgetauscht, Berichte aus den Arbeitsgruppen vorgetragen sowie Hinweise auf Literaturneuerscheinungen und Veranstaltungen gegeben. Sofern zu Beginn eines Jahres der Bundesverband des NABU zu einer bundesweiten Art-Erfassungen aufruft oder die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV) in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesamt für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) um Beteiligung an niedersachsenweit organisierten Erfassungen bittet, wird jeweils aktuell über die Möglichkeiten und Umfang einer regionalen Mitarbeit beraten und diese organisiert. Für ihre Mitarbeiter/innen veröffentlicht die Faunistische Arbeitsgemeinschaft einen jährlichen Avifaunistischen Jahresbericht mit den Beobachtungsergebnissen für das Braunschweiger Hügelland.
Ornithologisch Interessierte, die Ihre Beobachtungen zur Verfügung stellen wollen oder sogar an einer organisierten Mitwirkung interessiert sind, werden um Kontaktaufnahme gebeten. Alle sicher bestimmten Beobachtungsdaten werden gern in die Datensammlung mit aufgenommen. Notiert werden sollte: Datum, Art, Anzahl (männl./weibl.), wo beobachtet/gehört, möglichst mit Uhrzeit. Festgestellte Besonderheiten sollten jedoch zwecks genauer Dokumentation umgehend mitgeteilt werden! Die einschränkenden Meldekriterien für häufigere Arten sind in der Geschäftsstelle erhältlich. Dort sind neben diversem Info-Material übrigens auch Bestimmungsbücher, Vogelstimmen-CD´s, verschiedenste Fachbücher, Ferngläser und Spektive erhältlich.
Ansprechpartner FAS:
Carlo Fuchs (Leitung der Datensammlung
und -verarbeitung, Schriftleiter des Avif. Jahresberichts der
FAS),
Tel. NABU: 0531-798649 (Tel. priv.: 0531-334315), eMail:
NABU.Braunschweig@t-online.de.
Spendenkonto:
NABU BezGrp. Braunschweig, Postbank Hannover, BLZ 250 100 30, Kto
Nr. 81 011 - 304
Spenden an den NABU sind natürlich steuerlich absetzbar. Bis 100,- Euro genügt dem Finanzamt der Kontoauszug als Spendenbeleg.
Sie können den NABU auch durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen! Der Jahresbeitrag beträgt nur 48,- Euro, eine Familienmitgliedschaft sogar nur 55,- Euro und für Jugendliche, Erwerbslose und Rentner bieten wir im NABU einen reduziert Beitrag von nur 24,- Euro an. Neben dem ideellen Wert der Unterstützung einer guten Sachen erhalten Sie als Mitglied vierteljährlich das umfangreiche NABU-Journal des Bundesverbandes sowie halbjährlich unser umfangreiches regionales Veranstaltungsprogramm und die Mitteilungsbroschüren. Außerdem bekommen Sie in unserem Shop Ermäßigungen auf Ferngläser, Spektive und Kalender, darüber hinaus Ermäßigungen in NABU-Besucherzentren..... Gern senden wir Ihnen auch kostenlos verschiedenes Info-Material zu. Hier erhalten Sie zum Download (PDF) ein Beitrittsformular .
Nächster
Faunistischer Informationsabend:
12. März 2010
Freitag
Faunistischer Informationsabend.
Erfahrungsaustausch, Besprechung von aktuellen Themen, Berichte
aus den Arbeitsgruppen.
Außerdem wird ein Mitarbeiter über seine
Teilnahme am Internationalen Vogelschutzcamp in Norditalien 2009
berichten und Bilder sowie konfiszierte illegale Fanggeräte wie
Schlagfallen, Bogenfallen und Netze etc. zeigen (ca. 30 Min.).
Beginn 18.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Weststadt,
Ludwig-Winter-Straße 4, 1. Stock, Raum 109 (Straßenbahnlinien 3
und 5, Haltestelle Emsstraße sowie Buslinie 443, Haltestelle
Donaustraße). Leitung: Dr.-Ing. Friedmund Melchert (Tel. 55
404).
Ausführliche
Vorstellung mit historischem Abriß
Historisch betrachtet liegt der Ursprung unserer
avifaunistische Datensammlung im Herbst des Jahres 1947, als die
Vogelschutzstation Braunschweig unter Dr. Rudolf
Berndt als Außenstelle der Staatlich anerkannten
Vogelschutzwarte Niedersachsen eingerichtet wurde. Um diese
bildete sich alsbald eine Braunschweiger Ornithologische
Arbeitsgemeinschaft, aus der sich 1952 nach
Widergründung der Bezirksgruppe Braunschweig im Deutschen Bund
für Vogelschutz (DBV) die Arbeitsgruppe
Avifaunstik und 1991 nach der Umbenennung des
Verbands in Naturschutzbund Deutschland (NABU)
schließlich die heutige Faunistische Arbeitsgemeinschaft
Südost-Niedersachsen (FAS) der NABU-Bezirksgruppe
Braunschweig bildete.
Die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
eingereichten Beobachtungsdaten werden seit 1948 in der verkürzt
als Hügellandkartei bezeichneten Ornithologischen
Beobachtungskartei für das Braunschweiger Hügelland
gesammelt und archiviert. Was früher handschriftlich von
verschiedenen ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen pro Jahr
systematisch nach Arten sortiert möglichst chronologisch auf DIN
A4-große Karteikarten übertragen und in Ringordnern abgeheftet
wurde, wird seit 1987 elektronisch weitergeführt. Sowohl zur
Datensicherung als auch, um die gesammelten Daten für die
Möglichkeiten einer vielfältigen elektronischen Auswertung
verfügbar zu machen, sind für einen Teil der Arten
zwischenzeitlich die in den Ordnern angesammelten Datenblätter
von der handschriftlichen in die elektronische Datensammlung
übertragen worden. Hierüber sowie über Auswertungen eines
Teils dieser Daten findet man in der von uns herausgegebenen
Schriftenreihe MILVUS Braunschweiger Beiträge zu
Faunistik und Naturschutz bereits mehrere umfangreiche
Veröffentlichungen.
In der FAS tragen sowohl Mitglieder aus unseren
avifaunistischen Arbeitsgruppen (Limikolen, Greifvögel und
Eulen, Arbeitsgemeinschaft Europareservat Riddagshausen /
Weddeler Teichgebiet, Nachtigallen) als auch sonstige
Einzelmelder ihre ornithologischen Beobachtungen zusammen. Dabei
arbeiten wir traditionell vereinsübergreifend, ebenso wie uns
auch eine Vielzahl vereinsloser Melder/innen ihre Daten zuleiten
und natürlich im Sinne der Sache auch genauso akzeptiert sind.
Geschätzte weit über 300.000 Datensätze sind auf diese Weise
bisher zusammengekommen und geben einen Überblick über die
ungefähre Bestandsentwicklung der meisten Vogelarten! Alle
Mitarbeiter/innen, die in relevantem Umfang Daten einreichen,
erhalten für jedes Jahr zum Dank einen detaillierten
Avifaunistischen Jahresbericht mit den Beobachtungsergebnissen
für das sogenannte Braunschweiger Hügelland. Die ungefähren
Grenzen dieses Gebietes, auf welches sich die ornithologische
Datensammlung beschränkt, sind dabei wie folgt umrissen: die
Allerniederung (N), Sachsen-Anhalt (O), der Nördliche Harzrand
(S) und die Linie Langelsheim-Innerste-Peine (W).
Da wir als Naturschutzverband bei Planungsvorhaben in der
freien Landschaft vorab gehört werden müssen, sind für unsere
Stellungnahmen aktuelle Daten durchaus von Interesse. Aus diesem
Grunde bitten wir unsere Mitarbeiter/innen auch um eine
möglichst vierteljährliche Einreichung ihrer Daten. Wer
diesbezüglich die Möglichkeit zur elektronischen Datenabgabe
hat, erhält von uns hierfür kostenlos eine spezielle Software
zur vereinfachten Eingabe seiner Beobachtungen. Auf diese Weise
erhält jede/r Beobachter/in die Möglichkeit, sich selbst einen
hervorragenden Übersicht über seine gesamten eigenen Daten zu
erstellen und diese jederzeit nach Wunsch nach verschiedensten
Kriterien (Arten, Datum, Orten o. a.) sortieren zu können. Als
positiver Nebeneffekt müssen die Daten in der Geschäftsstelle
nicht mehr in ihrer Gesamtheit von einzelnen ebenfalls
ehrenamtlich Tätigen abgeschrieben sprich in die EDV
eingegeben werden.
Die Arbeitsgemeinschaft trifft sich jeweils einmal im
März und im Oktober im Gemeinschaftshaus Weststadt
(Ludwig-Winter-Str. 4) zu einem Informationsabend, so am 12.
Oktober (spätere Termine im Winter-Veranstaltungsprogram). Dort
werden aktuelle Themen besprochen, Informationen ausgetauscht,
Berichte aus den Arbeitsgruppen vorgetragen sowie Hinweise auf
Literaturneuerscheinungen und Veranstaltungen gegeben. Sofern zu
Beginn eines Jahres der Bundesverband des NABU zu einer
bundesweiten Art-Erfassung aufruft, wird jeweils aktuell über
die Möglichkeiten und den Umfang einer regionalen Mitarbeit
beraten und diese organisiert. Darüber hinaus sind wir für die
Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV) und die
Staatliche Vogelschutzwarte im Niedersäch-sischen Landesamt für
Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) traditionell der
kompetente Ansprechpartner für Südost-Niedersachsen. Diese
Zusammenarbeit umfasst insbesondere unsere jeweils zu
organisierende regionale Beteiligung an den jährlich für ganz
Niedersachsen ausgerufenen Erfassungen ausgewählter Arten oder
auch ganz aktuell die von uns gut organisiert
durchgeführten Kartierungen für das unter der Schirmherrschaft
des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) bundesweit
durchgeführte Projekt Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR).
Ornithologisch Interessierte, die Ihre Beobachtungen
sammeln und für den Naturschutz zur Verfügung stellen wollen
oder sogar an einer organisierten Mitwirkung interessiert sind
sei es im Rahmen regelmäßiger Zählungen oder gar als
weitere Helfer bei unseren ADEBAR-Kartierungen werden um
Kontaktaufnahme über die Geschäftsstelle gebeten. So werden
gern alle sicher bestimmten Beobachtungsdaten in unsere
Datensammlung mit aufgenommen. Notiert werden sollte: Art, Datum,
Anzahl (männl./weibl.), wo beobachtet / gehört, möglichst mit
Uhrzeit. Für die häufigeren Arten haben wir einschränkende
Meldekriterien erstellt, um nicht in der unauswertbaren Masse
hunderter Einzelmeldungen von Buchfinken, Kohlmeisen u. a. m.
unterzugehen. Festgestellte Besonderheiten hingegen sollten
wiederum zwecks genauerer Dokumentation möglichst umgehend
mitgeteilt werden! So führen wir innerhalb unserer
Mitarbeiter/innen auch einen internen eMail-Verteiler, über
welchen z. B. solche aber auch andere aktuelle
Beobachtungsmeldungen ausgetauscht werden alles natürlich
auf freiwilliger Basis und je nach Lust und (Schreib-)Laune, eben
ein aktueller Informationsaustausch unter Gleichgesinnten.
Jahreserstbeobachtungen eintreffender Zugvogelarten werden hier
ebenso in die Runde gegeben wie die bei dem Besuch eines
bestimmten Gebietes notierte Artenliste bzw. Zählungen oder
irgendwelche als interessant angesehenen Artfeststellungen bei
einem Spaziergang oder einer Fahrradtour.
Carlo Fuchs
Das
Jahrhundertprojekt
ADEBAR - Atlas Deutscher Brutvogelarten
Nun ist es endlich soweit: die
für Deutschland lange überfällige Erstellung eines
Brutvogelatlas ist endlich in Angriff genommen! Mussten die
deutschen Ornithologen bisher neidvoll ins europäische Ausland
schauen, so soll dieser traurige Zustand bald ein Ende haben.
Unter Federführung des DDA, des Dachverbandes Deutscher
Avifaunisten, startete jetzt die erste einheitliche,
deutschlandweite Brutvogelerfassung. Dabei wird der Atlas
Deutscher Brutvogelarten, kurz ADEBAR, in erster Linie ein
ehrenamtlich bewältigtes Projekt sein, durchgeführt von den
Ornithologenverbänden in den Bundesländer. In Niedersachsen ist
das die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV), die
dies wie immer in enger Kooperation mit der Staatlichen
Vogelschutzwarte organisiert. Diese im Niedersächsischen
Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
(NLWKN) angesiedelte Behörde koordiniert die Durchführung des
Projektes für Niedersachsen.
So wird in Niedersachsen ein Heer von mehr als 400
Hobby-Vogelkundlern unterwegs sein, um die Zählarbeit
vorzunehmen. Für Deutschlands bisher größte
Vogel-Volkszählung wurde das ganze Land in 3000 Rasterflächen
aufgeteilt, davon liegen allein 420 in Niedersachsen. In diesen
etwa elf mal elf Kilometer großen Gebieten zählen und schätzen
die Ornithologen den Vogelbestand - nach strengen
Kartierungsvorschriften. Je Rasterfläche werden sie dafür zwei
Jahre lang jeweils während der Brutsaison durchs Gelände
streifen, dann werden die Daten zusammengetragen. Nach der
Kartiersaison 2008 soll diese Erfassungsarbeit abgeschlossen und
bis 2010 der bundesdeutsche Atlas gedruckt sein.
Auch wir beteiligen
uns an den ADEBAR-Kartierungen (Kartierungszeitraum:
2006 - 2009)
Natürlich beteiligt sich auch der NABU
Braunschweig an diesem ehrgeizigen Projekt. So haben wir im Namen
unserer Faunistischen Arbeitgemeinschaft Südost-Niedersachsen
für die Region Braunschweig die 4 TK25 (Topografische Karte,
Maßstab 1 : 25.000), früher Meßtischblatt genannt,
übernommen, deren Vergabe von Carlo Fuchs als regionalem
Koordinator der Niedersächsischern Ornithologischen Vereinigung
(NOV) und Leiter der Datensammlung des NABU Braunschweig
organisiert wird. Die insgesamt 16 Rasterflächen
(Meßtischblatt-Quadranten) dieser 4 TK25 haben jeweils eine
Größe von 126 qkm! Darüber hinaus hat mir die NOV zur Saison
2007 zudem auch noch die Koordination für 2 weitere, östlich
angrenzende TK25-Flächen übertragen, für die bisher keine
ADEBAR-Mitarbeiter/innen gefunden worden waren. Hier ist es
kurzfristig gelungen, zumindest noch 3 Quadranten an den Mann
bzw. an die Frau zu bringen, aber möglicherweise finden sich ja
noch weitere Freiwillige. Die zu vergebenden Teilflächen reichen
von der Region südlich Wolfsburg bis zum Elm. Glücklicherweise
ist unsere Bezirksgruppe aufgrund unserer langjährigen, nun
schon seit einem Jahrhundert bestehenden ornithologischen
Tradition mit einer außergewöhnlich großen Anzahl von
Ornithologen bestückt, ein Umstand, von dem andere nur träumen
können. Nach aktuellem Stand haben bisher nach persönlicher
Ansprache 29 Mitarbeiter/innen ihre Bereitschaft erklärt, sich
an den Kartierungen zu beteiligen, und sind im Einsatz. Dadurch
besteht ein begründeter Anlass zu der Hoffnung, dass wir viele
der zu erfassenden Arten nicht nur gut schätzen sondern vielfach
sogar relativ genau werden auszählen können. Wie es uns
allerdings gelingen wird, die Zählungen innerhalb der direkten
Siedlungsflächen zu bewältigen, bleibt abzuwarten.
Feldmark, Wald,
Gewässer und der Siedlungsbereich, unser schwierigstes
Aufgabenfeld
Können in den weit gefassten Habitattyp-Blöcken
Feldmark, Wald und Gewässer die zu kartierenden Vogelarten noch
relativ gut erfasst werden, so erscheint der Siedlungsbereich
inklusive Gärten doch als der am schwierigsten zu kartierende
Habitattyp-Block. Schon allein die Tatsache, dass die Fläche
sehr groß, zudem unübersichtlich und zum Teil auch nicht
durchgängig ist, dass viele Grundstücke sogar überhaupt nicht
zugänglich sind und somit vielfach auch nicht eingesehen oder
verhört werden können und dass das tausendfache Erfragen
jeweils einer Begehungserlaubnis einen nicht zu bewältigenden
zeitlichen Faktor darstellt, macht die Schwierigkeit dieses
Aufgabenfeldes deutlich.
Aus diesem Grunde ergeht hier an alle NABU-Mitglieder sowie
natürlich auch an alle anderen Leser dieser Information der
Aufruf, uns bei dieser schwierigen Aufgabe zu unterstützen und
alle Brutvorkommen aus dem Siedlungsbereich und ebenso natürlich
aus allen anderen Habitaten schriftlich an die Geschäftsstelle
zu melden. Damit diese auch genau zugeordnet und in die von uns
zu erstellenden Revierkarten eingetragen werden können, bitte
bitte den Beobachtungsort exakt beschreiben oder die Brut(en)
mittels einer Eintragung in einem Kartenausschnitt melden. Hierzu
ein Tipp: in jedem Telefonbuch oder den Gelben Seiten findet man
als Kopiervorlage sämtliche Kartenausschnitte unseres
Stadtplanes. Aber selbstgemalt - sofern einigermaßen
dimensionsgetreu und somit zuzuordnen - geht natürlich auch. Wer
öfter unterwegs ist und daher möglicherweise auch mehr
beobachtet, kann aber auch gern entsprechende Kopien von
Kartenausschnitten aus dem gesamten Großraum bekommen. Sofern
sich eine Mitteilung in engen räumlichen Grenzen genau
bezeichnen lässt, wie z. B. durch eine Straßenkreuzung, einen
kleinen Teich oder ein im Stadtplan verzeichnetes Feldgehölz,
reicht es aber auch aus, dies telefonisch mitzuteilen. Im Falle
des Aufsprechens auf den Anrufbeantworter dann aber
bitte neben dem Ort und dem Beobachtungsdatum für eventuelle
Rückfragen auch die Angabe des Namens und der Telefonnummer
nicht vergessen! Allen Melderinnen und Meldern sei für ihre
Mithilfe bereits im voraus herzlich gedankt!
Bitte unterstützen
Sie uns durch Meldungen von Vogelbruten
Da manche der nachfolgend aufgeführten Arten mit
Sicherheit auch von Nicht-Ornithologen, die zumindest ein gutes
Bestimmungsbuch besitzen, festgestellt werden (können), wird
hier nachfolgend eine für unsere Region erstellte umfangreiche
Liste von Vogelarten, die bei uns vorkommen oder auch eventuell
vorkommen könnten, aufgeführt. Damit auch Nicht-Avifaunisten
oder ornithologisch noch nicht so versierte Beobachter/innen sich
dort problemlos orientieren können, ist diese Liste zu ihrer
besseren Übersicht nicht artsystematisch sondern alphabetisch
geordnet. Wer also während der Brutzeit, bei den meisten Arten
also bis Ende Juni bzw. vereinzelt auch bis Ende Juli, irgendwo
eine der nachfolgend aufgeführten Arten beobachtet oder hört,
wird um eine Mitteilung an den regionalen ADEBAR-Koordinator und
Leiter der NABU-Datensammlung, Carlo Fuchs, gebeten - also an die
NABU-Geschäftsstelle:
Austernfischer, Bartmeise, Baumfalke, Bekassine,
Beutelmeise, Bienenfresser, Birkenzeisig, Blaukehlchen,
Bluthänfling, Brachpieper, Brandgans, Braunkehlchen, Brautente,
Dohle, Drosselrohrsänger, Eisvogel, Erlenzeisig, Feldschwirl,
Fichten-kreuzschnabel, Fischadler, Flussregenpfeifer,
Gartenrotschwanz, Gebirgsstelze, Gelbspötter, Gimpel, Girlitz,
Grauammer, Grauspecht, Großer Brachvogel, Grünspecht, Habicht,
Haubenlerche, Haubenmeise, Haubentaucher, Heidelerche, Hohltaube,
Kanadagans, Karmingimpel, Kernbeißer, Kiebitz, Kleinspecht,
Knäkente, Kolbenente, Kolkrabe, Kornweihe, Kranich, Krickente,
Kuckuck, Löffelente, Mandarinente, Mehlschwalbe, Misteldrossel,
Mittelspecht, Moorente, Nachtigall, Neuntöter, Ortolan, Pirol,
Raubwürger, Rauchschwalbe, Rebhuhn, Rohrammer, Rohrdommel,
Rohrschwirl, Rothalstaucher, Schafstelze, Schellente,
Schilfrohrsänger, Schlag-schwirl, Schleiereule, Schnatterente,
Schwanzmeise, Schwarzhalstaucher, Schwarzkehlchen, Schwarzmilan,
Schwarzspecht, Schwarzstorch, Seeadler, Sommergoldhähnchen,
Sperber, Sperbergrasmücke, Sperlingskauz, Spießente, Steinkauz,
Steinschmätzer, Sumpfmeise, Sumpfohreule, Tannenmeise,
Teichralle, Trauerschnäpper, Tüpfelsumpfhuhn, Türkentaube,
Turteltaube, Uferschwalbe, Uhu, Wachtel, Wachtelkönig, Waldkauz,
Waldlaubsänger, Waldohreule, Waldschnepfe, Wanderfalke,
Wasserralle, Weidenmeise, Weißstorch, Wendehals, Wespenbussard,
Wiesenpieper, Wiesenweihe, Wintergoldhähnchen, Ziegenmelker,
Zwergdommel, Zwergschnäpper, Zwergtaucher.
Außerdem bitte folgende weitere Arten melden, sofern ein wahrscheinlicher
Brutplatz oder auch Alttiere mit Jungvögeln
beobachtet werden: Graugans, Graureiher,
Höckerschwan, Kormoran, Lachmöwe, Mäusebussard, Nilgans,
Reiherente, Rohrweihe, Rotmilan, Saatkrähe, Stockente,
Tafelente, Turmfalke und Wacholderdrossel.
Darüber hinaus wird natürlich grundsätzlich um schnelle
Mitteilung hier nicht aufgeführter Seltenheiten gebeten!
Welche häufigen
Arten sollen jedoch nicht gemeldet werden
Da es eine Reihe von sehr häufigen Vogelarten gibt, die
auch von den gutwilligsten Kartierern in großen Zählgebieten
nicht auch nur annähernd genau flächendeckend erfasst werden
können, hat der DDA eine Liste der Vogelarten erstellt, die
über ein spezielles Monitoring Häufige Arten in
nach Habitattypen ausgewählten repräsentativen Gebieten erfasst
und später mittels ausgeklügelter, computergestützter
Rechenmodelle auf die gesamte Republik hochgerechnet werden.
Bis auf einige dieser Arten, die wir trotz der von uns zu
bearbeitenden riesigen Fläche von über 500 qkm versuchen
wollen, ebenfalls flächendeckend mit zu erfassen, werden auch
wir den Großteil dieser häufigen Arten nicht kartieren können.
Um den zu erwartenden ungeheuren Eingang an Daten überhaupt noch
bewältigen zu können, bitte die Bruten der nachfolgend
aufgelisteten häufigen Arten nicht
für ADEBAR melden:
Straßentaube, Ringeltaube, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Amsel,
Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Zilpzalp, Fitis, Blaumeise,
Kohlmeise, Star, Buchfink, Grünfink sowie die Elster (aufgrund
ihrer vielen Brautgeschenk-Nester, in denen dann aber gar nicht
gebrütet wird).
Wer sich noch an unseren ADEBAR-Kartierungen, also dem
Eintragen bestimmter vorgefundener Vogelarten in Karten,
beteiligen will, möge sich bitte aufgrund der bereits laufenden
Saison möglichst umgehend bei mir melden! Selbstverständlich
wird jede/r von mir umfangreich informiert, eingewiesen und mit
Kartenmaterial sowie mit selbst erstellten speziellen
Habitat-Listen versorgt. Letztere bieten einen guten Überblick
und sind zur Planung der eigenen Begehungen sehr hilfreich, wie
auch das Feedback bestätigt.
Carlo
Fuchs
Regionaler ADEBAR-Koordinator
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18. November 2009
Stellungnahme
des NABU zur Bejagung der Rabenkrähe
Nach der Niedersächsischen
Landesjagdzeitenverordnung darf die Rabenkrähe in der Zeit
zwischen dem 01. August und dem 20. Februar bejagt werden. Über
Sinn oder Unsinn der Bejagung dieser Art kann man unter
wissenschaftlichen Gesichtspunkten heutzutage nicht mehr
streiten. Außerdem muss man wissen, dass die Rabenkrähen
ab dem Herbst, wenn die Nächte länger werden, anfangen,
Schlafplatzgemeinschaften zu bilden. Diese Gemeinschaften, die
oftmals auch tagsüber als großer Verbund bei der
Nahrungssuche auf Feldern anzutreffen sind, lösen sich meist ab
Mitte Februar wieder auf. Wie man unschwer feststellen kann,
ist der Zeitraum dieser ab Herbst anwachsenden
Gemeinschaften fast identisch mit der Jagdzeit. Wenn man nun die
als ökologisches Allgemeinwissen zu betrachtende Tatsache
berücksichtigt, dass es sich bei den hohen Individuenzahlen
dieser Jahreszeit vielfach um ortsfremde Tiere, sprich um
Überwinterer handelt, muss man kein Nobelpreisträger
sein, um zu erkennen, dass hier zu einem nicht unerheblichen Teil
Zugvögel abgeschossen werden.
Von der unvertretbaren Bejagung von Wintergästen einmal
abgesehen, sind die als Begründung für einen Abschuss immer
wieder zitierten Argumente einer angeblichen Gefährdung anderer
Singvogelarten, von sogenanntem Niederwild oder von erheblichen
Schäden in der Landwirtschaft nach allen seriösen
wissenschaftlichen Untersuchungen nicht haltbar und mehrfach
widerlegt worden. Allen voran hat das Bundesamtes für
Naturschutz (BfN) in seinem 252 Seiten starken
Veröffentlichung "Aaskrähe, Elster und Eichelhäher in
Deutschland" (Mäck & Jürgens 1999) hierzu klar
Stellung bezogen, nämlich dass eine flächendeckende
Bejagung weder fachlich noch ethisch-moralisch zu
rechtfertigen ist. Die derzeitige jagdliche Praxis,
Rabenkrähen zu "regulieren", also zu
töten, wird in der Regel ohne Nachweis pauschal mit
dem Schutz der heimischen Tierwelt und der Abwendung erheblicher
landwirtschaftlicher Schäden begründet. Weder die angeblichen
Schäden noch ein "Erfolg" im Sinne einer zunehmenden
Artenvielfalt anderer Singvögel nach erfolgtem Töten von
Rabenvögeln ließ sich jedoch bisher wissenschaftlich nachweisen
(z.B. Mäck u.a. 1999, Mäck & Jürgens 1999, Haupt 2000).
Darüber hinaus wird zudem die wichtige Rolle der Rabenkrähe im
Naturhaushalt als Aasvertilger aber auch Nestbauer für andere
Arten, wie z. B. Turmfalke, Baumfalke und Waldohreule, immer
wieder ignoriert.
Es wäre wünschenswert, wenn man auch in dem in puncto
Rabenvögelbejagung überwiegenden Teil
der Jägerschaft von antiquiertem Denken abrücken und
moderne wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie das Bundesamtes
für Naturschutz (BfN) für jedermann nachlesbar zusammen
getragen hat, zur Kenntnis nehmen würde. Dazu zählt natürlich
auch die Einstellung der Jagd auf Überwinterungsgäste.
Außerdem gehört es bereits seit langem zum ökologischen
Allgemeinwissen, dass nur eine Abkehr von der modernen,
intensiven und industrialisierten Landwirtschaft wieder zu einer
höheren Artenvielfalt in der Kulturlandschaft und somit auch zu
einer lebenswerteren Umwelt für uns Menschen führen kann - mit
mehr Raum für alle wildlebenden Tiere.
Literaturverzeichnis
(Auswahl entsprechend Zitate PM):
-- Haupt, H. (2000): Welche Gründe gibt es für eine landesweite
Jagd auf Rabenkrähe und Elster? Charadrius 36: 101-103.
-- Mäck, U. (1998): Populationsbiologie und Raumnutzung der
Elster in einem urbanen Raum; Dissertation. Ökologie der Vögel,
Band 20, Heft 1, 215 Seiten.
-- Mäck, U., M.-E. Jürgens, P. Boye & H. Haupt (1999):
Aaskrähe (Corvus corone), Elster (Pica pica) und Eichelhäher
(Garrulus glandarius) in Deutschland. Betrachtungen zu ihrer
Rolle im Naturhaushalt sowie zur Notwendigkeit eines
Bestandsmanagements. Natur und Landschaft 74: 485-493.
-- Mäck, U. & M.-E. Jürgens (1999): Aaskrähe, Elster und
Eichelhäher in Deutschland. Bericht über den Kenntnisstand und
die Diskussionen zur Rolle von Aaskrähe (Corvus corone), Elster
(Pica pica) und Eichelhäher (Garrulus glandarius) im
Naturhaushalt sowie die Notwendigkeit eines Bestandsmanagements.
BfN-Schriftenreihe, Bonn-Bad Godesberg, 252 Seiten.
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Bitte
um Meldung erfolgreicher Entenbruten
Nachwuchs bei allen
Entenarten immer seltener festzustellen
Die
Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV) und die
Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsen im NLWKN haben für
dieses Jahr eine landesweite Erfassung der Brutbestände von Knäkente
und Löffelente angesetzt. Nachdem unsere
Faunistische Arbeitsgemeinschaft Südost-Niedersachsen (FAS) bei
den ADEBAR-Kartierungen ganz hervorragende Arbeit geleistet hat,
wurden wir wie schon in den Vorjahren wieder vom offiziellen
Landeskoordinator mit der regionalen Durchführung der
Kartierungen betraut (Regionaler Koordinator und somit
Ansprechpartner: Carlo Fuchs).
Beide Arten sind jedoch in der Jungenführungsphase ausgesprochen
heimlich und Brutnachweise daher schwer zu erbringen. Wegen der
Vielzahl der zu kartierenden Arten ließ ADEBAR hier nicht
unbedingt den nötigen zeitlichen Spielraum für viele
zusätzliche Kontrollgänge u. U. könnten man die
Atlas-Daten hier noch ergänzen. Aus diesem Grunde wird hier ganz
herzlich um Unterstützung dieses Gemeinschaftsprojektes gebeten,
wobei zu hoffen ist, dass sich manch´ ornithologisch
Interessierte/r nach unserem Aufruf, Eisvogel-Beobachtungen bei
uns zu melden, ja vielleicht sowieso des öfteren zu ausgedehnten
Spaziergängen an unseren Gewässern aufmacht, damit wir über
den zusammengeschrumpften Bestand unseres ausgesprochen schönen
Jahresvogels einen möglichst guten Überblick bekommen. Und das
sollten wir doch dahingehend nutzen, dass wir Meldungen
über Junge führende Bruten auf sämtliche Arten ausweiten!
Spätestens in den letzten circa 15 Jahren war nach subjektivem
Eindruck selbst bei den häufigeren Arten wie Stockente oder
Reiherente in Relation zu deren Vorkommen nur wenig Bruterfolg zu
verzeichnen geschweige denn bei Tafel- oder Krickente. Um
Mehrfachzählungen zu vermeiden, sollten festgestellte
erfolgreiche Bruten allerdings immer möglichst umgehend gemeldet
werden, da die Familien oft sehr wanderfreudig sind.
Man darf gespannt sein auf die Anzahl der eingehenden
Meldungen und ob es uns gemeinsam gelingen wird, für alle Arten
einen soliden Überblick über Verbreitung, Bestände und
Habitatwahl zu bekommen. Wer bereit ist, ein festes Gebiet zur
Beobachtung zu übernehmen, möge sich bitte in der
Geschäftsstelle melden um eine flächendeckende
Kartierung zu gewährleisten und Lücken zu vermeiden! Dort
erhält jede/r auch den offiziellen Erfassungsbogen zur Löffel-
und Knäkentenkartierung, der eine genaue Anleitung enthält.
Kurz gesagt: zur Kontrolle auf Paare und/oder rufende Männchen
bzw. zur Bestätigung derselben, sollten für diese beiden Arten
zwischen Mitte/Ende April und Mitte/Ende Mai 3 Begehungen
durchgeführt werden. Ab Juni kann man dann nach Junge führenden
Weibchen Ausschau halten, die besonders in den frühen
Morgenstunden oder der Abenddämmerung zu erfassen sind. Wer sich
bei der Artbestimmung unsicher ist: einfach Belegfotos zusenden!
Wie immer sind auch ältere, noch nicht bei uns
eingereichte Daten interessant. Sofern vorhanden, bitte ich
darum, diese an die NABU-Geschäftsstelle zu übermitteln.
Carlo Fuchs
Landesweite Erfassung des Grauspechts
im Jahr 2005
Wie in jedem
Jahr hat die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV)
in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte
Niedersachsen auch für 2005 eine landesweite Artkartierung
ausgerufen. Waren es im Jahr 2004 der Wachtelkönig und die
Heidelerche, so hat man sich aufgrund des für die nächsten 3
Jahre zur Erarbeitung ausgerufenen Jahrhundert-Projekts ADEBAR,
dem Atlas DEeutscher BrutvogelARten, für 2005 auf nur eine Art
beschränkt den Grauspecht. Diese Art erreicht in
Deutschland die Nordgrenze ihrer Verbreitung in Mitteleuropa und
zwar in Niedersachsen bis südlich des Mittellandkanals.
Vorkommen des Grauspechts auch in unserer Region sind also
anzunehmen.
Für den NABU Braunschweig habe ich der NOV die Bearbeitung der 4 Meßtischblätter des Großraums Braunschweig zugesagt, also rund 500 qkm. Wer sich hieran beteiligen kann, ist gebeten, sich bei mir in der Geschäftsstelle zu melden. Natürlich bin ich auch für alle umgehend mitgeteilten Feststellungen dankbar (bitte unbedingt mit Angabe der Uhrzeit). Sollte innerhalb des riesigen Untersuchungsgebietes bei den Kartierungsarbeiten Reviere nicht gefunden werden, ermöglichen solche Informationen eine gezielte Nachsuche.
Der Grauspecht hat im übrigen eine sehr
markante und im Gegensatz zum Grünspecht zum Ende
hin abfallende Rufreihe. Hier zum Vergleich Klangmuster dieser
beiden Arten: Grauspecht
, Grünspecht.
Natürlich halten wir in unserer Geschäftsstelle auch
Vogelstimmen-CDs oder CD-Sammlungen in verschiedenen
Ausstattungen bereit.
Carlo Fuchs
Grauspecht-Männchen (Foto: H.-W. Senge)
Masseneinflug
von Seidenschwänzen im Winter 2004/2005
NABU ruft zu
Meldungen auf Stärkste
Invasion seit Jahrzehnten
Wer
im Winterhalbjahr verwundert nach oben schaut, weil er einen
klingelnden, feinen Vogelruf vernimmt, den selbst der versierte
Vogelfreund selten zu hören bekommt, wird ungewohnte Gefiederte
erblicken: Seidenschwänze, aus dem hohen Norden Skandinaviens
und Russlands stammend, haben den langen Weg zu uns gefunden, um
dem diesjährigen Nahrungsmangel in ihrem eigentlichen
Verbreitungsgebiet zu entfliehen. Die starengroßen Singvögel
mit dem rötlichbeigefarbenem Gefieder - ihr wissenschaftlicher,
lateinischer Name lautet Bombycilla garrulus - sind
aufgrund ihrer auffälligen Kopfhaube und den markant trillernden
Rufen nicht gerade unauffällig. Ihre knallbunten
Flügelzeichnungen sind zwar wegen der unsteten Art der Tiere oft
kaum zu sehen, aber wiederum gerade durch ihr ruheloses Verhalten
machen die in Trupps umherstreifenden Vögel oft auf sich
aufmerksam. Auf ihrer Suche nach Nahrung fressen sie überwiegend
Beeren oder Knospen in Straßenbäumen, Sträuchern und Hecken.
Gerastet wird dagegen gern auf höheren Bäumen, oft in der Nähe
ihrer Nahrungsstellen.
Ab November 2004 fand in Norddeutschland und zunehmend
auch im Raum Braunschweig ein starker Einflug dieser seltenen
Wintergäste statt, der bisher noch nie da gewesene Ausmaße
annahm. Nachdem Mitte November unter Ornithologen bereits
zahlreiche Meldungen über z. T. größere Trupps von
Seidenschwänzen im Norden Deutschlands sowie über schon mehr
als 15.000 im südschwedischen Falsterbo durchgezogene
Seidenschwänze zu erfahren waren, hatte der Leiter der
Datensammlung des NABU, Carlo Fuchs, bereits Mitte November in
einem NABU-internen Aufruf alle ornithologischen Beobachter auf
eine sich möglicherweise abzeichnende Seidenschwanzinvasion
hingewiesen und zu gezielter Aufmerksamkeit aufgerufen. Nach der
ersten Meldung von 10 Vögel in Querum am 13.11. durch Philipp
Lehmann konnte Vera Jortzick dann ab dem 22.11. regelmäßig
Seidenschwänze im Kanzlerfeld feststellen. Seit Anfang Dezember
wurden dann auch in verschiedenen anderen Stadtteilen
Braunschweigs sowie aus dem Umland Truppgrößen zwischen 3-5, 30
oder auch 60 Vögeln festgestellt.
Der bis dato größte Trupp mit über 400 Vögeln wurde
von Carlo Fuchs erstmals am 17.12. im östlichen Ringgebiet
festgestellte, wo sich die Vögel zur Nahrungsaufnahme in
Schwedischen Mehlbeeren aufhielten. Diese wie auch artverwandte
Baumarten sind dort in besonders vielen Straßenzügen als
Straßenbäume gepflanzt, zwischen denen die Vögel ständig hin
und her flogen und mittels der roten Beeren Energie tankten.
Nachdem zwischenzeitlich Eckart Klatt mit Familie dort in einer
2-stündigen Zählaktion 670 Individuen zählen konnte, wurden
von Jörg Hummel am 21.12. dort sogar mindestens 800
umherfliegende Tiere beobachtet. Am Nachmittag desselben Tages
konnten von Herrn Prof. Dr. Melchert dort dann nur noch 450
Exemplare ausgezählt werden, von denen die meisten in höheren
Bäumen ruhten. Danach hatte sich diese außergewöhnlich große
Ansammlungen dort jedoch offensichtlich aufgelöst und statt
dessen waren dann eher Truppgrößen von 15 - 60 im Ausnahmefall
von bis zu 180 Tieren unterwegs.
Um zwischenzeitlich einen möglichst
genauen Überblick über das Gesamtvorkommen der Invasionsvögel
zu bekommen, wurde am Freitag
dem 31.12.2004 in der Zeit von
11.00 - 11.30 Uhr von insgesamt 31 Ornithologen des NABU
eine beinahe flächendeckende Synchron-Zählung durchgeführt,
bei der rund 430 - 460 Seidenschwänze registriert wurden! Bei
200 Tieren, die gegen 13.00 Uhr beobachtet wurden, ist nicht zu
klären, ob es sich um zusätzliche Exemplare oder um bereits an
anderer Stelle registrierte und nun umherziehende Vögel
handelte, da die Art ein sehr unstetes Verhalten zeigt.
Nach dem Auftreten ausschließlich sehr kleiner
Trupps im Januar mit zudem kaum noch Meldungen aus der 2.
Januarhälfte 2005 für den Raum Braunschweig gingen von
Februar bis Mitte März wieder vermehrt Meldungen über
Seidenschwänze in unserer Geschäftsstelle ein. Hierbei wurden
neben sehr kleinen Schwärmen jetzt auch wieder Ansammlungen von
bis zu 250 Tieren festgestellt. Möglicherweise besteht hier
ein Zusammenhang mit den im Süden unserer Republik bereits rund
1-2 Wochen eher und wesentlich härter eingetretenen winterlichen
Verhältnissen, vielerorts mit einer dauerhaften Schneelage von
0,5 Metern und höher. Da es Mitte(/Ende) Februar für einen
regulären Heimzug jahreszeitlich eigentlich noch zu früh
war, wäre dies eine mögliche Erklärung dafür, warum die Tiere
z. T. wieder in Richtung Norden gelenkt wurden.
Weiterhin alle Beobachtungen
melden!
Auch für diesen Winter liegen dem NABU
inzwischen wieder Meldungen aus der gesamten Region vor, so aus
Braunschweig, Gifhorn, Wolfenbüttel, Sickte, Schöppenstedt und
Helmstedt. Beobachtungsgänge mit besonderem
Augenmerk auf Seidenschwanz-Trupps könnten sich derzeit also
lohnen. Da im Augenblick offensichtlich in ganz Südost-Niedersachsen
wieder Seidenschwänze anzutreffen sind, wenn auch in der eher
geringen Anzahl "normaler" Wintereinflüge, bittet der
NABU die Bevölkerung aktuell wieder um die Meldung aller
Beobachtungen dieser seltenen Wintergäste.
Wichtig ist, dass wir genaue Angaben über Anzahl der
Tiere, Datum und Uhrzeit, genaue Ortsangabe und deren Aktivität
(Nahrungsaufnahme, rastend, umherfliegend oder ziehend) bekommen.
Bitte notieren Sie auch, an welcher Pflanzenart die Tiere fressen
und in welche Richtung die Vögel über- oder abflogen sind.
Durch die Uhrzeit- und Flugrichtungsangaben sollen
Doppelzählungen dieser sehr mobilen Art vermieden werden. Zudem
bilden diese Vögel auch Schlafgemeinschaften, in denen man sie
am besten zählen kann. Mitteilungen von solchen Schlafplätzen
sind von außerordentlichem Interesse für uns.
Bitte schicken Sie ihre
Beobachtungen per E-Mail an
NABU.Braunschweig@t-online.de (Angabe von Name und Adresse
nicht vergessen) oder rufen Sie in
der NABU Bezirksgeschäftsstelle in
Braunschweig an (Tel.:
0531-798649). Hierfür bereits im voraus
vielen Dank für Ihre Unterstützung.
© Fotos: Carlo Fuchs
Beerentragende Gehölze helfen vielen Vogelarten über den Winter !
Die nordeuropäischen Nahrungsgäste versuchen notgedrungen, im "mitteleuropäischen Ausweichquartier" den Winter zu überdauern, um im März/April wieder gestärkt in ihre Brutgebiete zurückzuwandern. Auf der Suche nach Beeren tragenden Bäumen und Sträuchern nutzen die hungrigen Wintergäste neben den roten Beeren von Eberesche, Schwedischer Mehlbeere oder Rot- und Weißdorn hier ebenso wie die heimischen "Weichfresser" insbesondere auch Sträucher wie beispielsweise Sanddorn, Hagebutte, Schneeball oder vor allem auch Liguster. So bieten auch Haus- und Kleingärten für die Seidenschwänze Nahrung. Wer seinen Garten derart naturnah bepflanzt hat, um dadurch unseren nicht ziehenden Standvögeln beim Überwintern zu helfen, hat derzeit gute Chancen, auch die eigenwillig gefiederten Invasionsgäste dort zu entdecken. Wegen seines Reichtums an Energie spendendem Zucker nutzen diese ebenso wie unsere heimischen Arten natürlich auch hängen gelassenes Obst und auch Fallobst als Nahrungsquelle. Im Frühjahr sind dann im speziellen die Knospen der austreibenden Weidenkätzchen ein besonderer Leckerbissen.
Übrigens: im
Shop-Bereich unserer Geschäftsstelle findet man auch eine große
Auswahl phantastisch
gearbeitete Anstecker (Vogel-Pins u.a.),
darunter auch den Seidenschwanz!!!
MILVUS
Der NABU gibt eine Jahresschrift mit hauptsächlich ornithologischen Beiträgen heraus. Der MILVUS - Braunschweiger Beiträge zu Faunistik und Naturschutz erscheint jährlich, normalerweise im Dezember
Links :
Rote Liste der Brutvögel Deutschlands
Die Vögel des Jahres seit 1971
Global
Register of Migratory Species Weltweites Register wandernder
Vogelarten mit Informationen über Brut-, Überwinterungs-/
Übersommerungs- und Standgebiet. Alle Namen in Latein, Englisch,
Deutsch und Spanisch.
EURING The European Union for
Bird Ringing Englischsprachige Informationen rund um die
Beringung in Europa.
EURING Farbmarkierungen
Hier sind alle europäische Farbmarkierungsprojekte an Vögeln
aufgelistet, einschließlich Detailinformationen und
Ansprechpartnern.
Bundesnaturschutzgesetz Im Jahr 2002
novelliertes Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege
EU Vogelschutzrichtlinie vom 02. April 1979
über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Originaltext,
deutsch)
EU Vogelschutzrichtlinie und ihre Umsetzung in
Deutschland Informationen des BMU zur EU-Vogelschutz-RL
einschließlich statistischer Angaben für Deutschland
FFH-Richtlinie EU-Richtlinie
zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der
wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-Fauna-Habitat)
Bonner Konvention Internationales
Übereinkommen vom 23. Juni 1979 zur Erhaltung der wandernden
wild lebenden Tierarten
Berner
Konvention Internationales Übereinkommen vom 19. September
1979 über die Erhaltung der wildlebenden Pflanzen
und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume
Ramsar Konvention Internationales
Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebiete internationaler
Bedeutung
www.wcmc.org.uk/AEWA Informationen zum AEWA (=
Afrikanisch-Eurasisches Wasservogelabkommen), englischsprachig
Naturfotos: www.linsenwechsel.de Fotos von Trottellummen, Papageitauchern,
Pinguinen oder auch Bären u. a. m. sowie grandiose
Naturaufnahmen
06.04.2008
Resolution
"Biodiversität im Wald" der ProjGrp. Spechte der
Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G)
Die Deutsche
Ornithologen-Gesellschaft wurde 1850 gegründet und ist damit
eine der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften der Welt.
Sie befasst sich mit der Förderung der Vogelkunde nach allen
Richtungen. Anlässlich ihrer Jahrestagung vom 04.-06.
April 2008 im Nationalpark Harz hat die Projektgruppe Spechte der
DO-G die folgende Resolution verabschiedet:
Resolution "Biodiversität im Wald"
Der in öffentlicher Hand befindliche Wald ist
Bürgerwald. Er hat allen Waldfunktionen gleichermaßen zu
dienen. Durch die Vorherrschaft wirtschaftlicher Interessen ist
gegenwärtig die Holznutzung stark in den Vordergrund getreten.
Es fehlen alte, starke und tote Bäume. Sie sind die
entscheidenden Elemente in den Lebensgemeinschaften des Waldes.
Nutzungsfreie Rotbuchenwälder umfassen nur 0,1% der Fläche der
Bundesrepublik (2,4% der Buchenwaldfläche), obwohl Deutschland
aufgrund der natürlichen Arealverbreitung eine weltweite
Verantwortung für die Rotbuche besitzt.
Das Verschlechterungsverbot in NATURA 2000-Gebieten wird
bundesweit missachtet. Selbst Wälder in Schutzgebieten (NSG,
Nationalparke) verlieren durch forstliche Maßnahmen wertvolle
Strukturmerkmale. Die Bewirtschaftung wird häufig ohne
Rücksicht auf Fauna und Flora auch innerhalb der Brutzeiten
durchgeführt. Wenn der Einschlag an strukturreichem Alt- und
Totholz weiter fortschreitet, drohen als Folge gravierende
Verluste der Biodiversität bei allen Organismengruppen des
Waldes. Die von der Bundesrepublik eingegangenen Verpflichtungen
zur Bewahrung der Biodiversität werden somit nicht eingehalten.
Die Mitglieder der Projektgruppe Spechte der Deutschen
Ornithologen-Gesellschaft verfolgen diese Situation mit großer
Besorgnis. Sie akzeptieren die Notwendigkeit einer
Holzproduktion, wenn sie nachhaltig und ökologisch ausgerichtet
ist. Gesamtwirtschaftlich ist es aber wichtiger,
"grüne" statt "schwarze" Zahlen zu
schreiben. Sie fordern deshalb den Erhalt aller
Lebensgemeinschaften des Waldes durch:
Ansprechpartner: Privatdozent Dr. Peter Pechacek, eMail: pechacek@t-online.de .
10.01.2006
NABU begrüßt Urteil
des Europäischen Gerichtshofes gegen Deutschland
Artenschutz-Urteil
gegen Deutschland Europäischer Gerichtshof bemängelt
Umsetzung des Naturschutzrechts
(Berlin) Der NABU hat das heutige Urteil des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg begrüßt. Der Gerichtshof
wirft der Bundesrepublik Deutschland in der Rechtssache C-98/03
vor, zentrale Bestimmungen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie
(FFH) von 1992 nicht ordnungsgemäß in deutsches Recht
übernommen zu haben.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind dazu
verpflichtet, die von ihnen verabschiedeten Richtlinien innerhalb
von zwei Jahren in nationales Recht zu übernehmen. Deutschland
war bereits 1997 und 2001 wegen der schleppenden FFH-Umsetzung in
deutsches Recht verurteilt worden; erst 1998 hatte die damalige
Bundesregierung auf Druck aus Brüssel und Luxemburg die Inhalte
der Richtlinie in das Bundesnaturschutzgesetz übernommen.
NABU-Präsident Olaf Tschimpke forderte die neue
Bundesregierung daher auf, die vom EuGH bemängelten Defizite im
deutschen Recht endlich zu beheben. Dazu müssten nach Auffassung
des Gerichtshofes vor allem der Schutz von ausgewiesenen
Natura 2000-Gebieten sowie der Schutz europaweit
gefährdeter Arten wie der Fledermäuse oder der Wildkatze
wesentlich verbessert werden.
Bundesregierung und alle Landesregierungen betonen
stets, das EU-Recht 1 zu 1 umsetzen zu wollen
diesen Worten müssen jetzt auch Taten folgen, so der
NABU-Präsident. In Hinblick auf die geplante Föderalismusreform
mahnte der NABU an, EU-Recht auch im Naturschutz weiter
einheitlich auf Bundesebene zu regeln. Wenn sich die
Europäische Kommission und der Europäische Gerichtshof künftig
mit 16 unterschiedlichen Landesregelungen auseinandersetzen
müssen, trägt dies nicht gerade zu Bürokratieabbau und
Verwaltungsvereinfachung bei, so Tschimpke.
11.09.2001
Naturschutzverbände
begrüßen Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen
Deutschland
Umsetzung der
FFH-Richtlinie immer noch völlig unzureichend
(Bonn) Der NABU hat das heutige Urteil des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg gegen Deutschland begrüßt. In
dem sogenannten "horizontalen Verfahren wurden Deutschland,
aber auch Frankreich und Irland verurteilt, weil die drei
Mitgliedstaaten immer noch zu wenige Schutzgebiete gemäß
Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie vorgeschlagen haben -
Irland 14,1 Prozent seiner Landesfläche, Frankreich nur 5,7 und
Deutschland nur 6,2 Prozent. Dazu NABU-Präsident Jochen
Flasbarth: "Das Urteil des EuGH bestätigt die
Naturschutzverbände in ihrer seit langem geforderten Meldung
aller fachlich geeigneten Gebiete. Es ist höchste Zeit, dass die
Bundesregierung endlich ihre Hausaufgaben macht und eine dritte
Tranche von FFH-Gebieten auf den Weg bringt!"
Die FFH-Richtlinie der EU trat 1992 auf einstimmigen
Beschluss der Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Kraft.
Darin haben die Mitgliedstaaten der EU sich verpflichtet, bis zum
Jahr 1995 nach klar definierten wissenschaftlichen Kriterien
Schutzgebiete für "Natura 2000" vorzuschlagen. Zu
diesem Netz sollen auch die Schutzgebiete nach der bereits 1979
in Kraft getretenen EG-Vogelschutzrichtlinie gehören. Nach
Analysen von NABU und BUND hat Deutschland aber bisher höchstens
zwei Drittel der fachlich infrage kommenden Gebiete nach Brüssel
gemeldet. Die Europäische Kommission hatte bereits im Februar
1999 Klage gegen Deutschland beim EuGH eingereicht. Die
Naturschutzverbände fordern jetzt, dass endlich alle fachlich
geeigneten Gebiete ohne Wenn und Aber gemeldet werden. "Die
Verbände haben eine gewaltige Arbeit geleistet und fachlich
kompetente Vorschläge erarbeitet, die Deutschland jetzt endlich
offiziell bestätigen sollte!", so die gemeinsame
Stellungnahme der Naturschutzverbände. Andernfalls würden die
Verbände eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission
einreichen und dann drohe in Kürze ein zweites Verfahren sowie
rückwirkend saftige Strafzahlungen von bis zu 1,5 Mio. DM
täglich.
Bereits im Frühjahr 2000 hatte die EU-Kommission die
Mitgliedstaaten darauf hingewiesen, dass Fördergelder der EU
für Infrastrukturprojekte und Landwirtschaft nur ausgezahlt
werden können, wenn die Vereinbarkeit dieser Projekte mit den
Schutzgebieten überprüft werden kann. Da die Bundesrepublik
trotz vorgegebenem Zeitplan mit der Meldung von Gebieten für das
kohärente EU-Netz "NATURA 2000" bisher nur
unzureichend vorangekommen ist, wurde die Auszahlung der Mittel
in den Fonds EFRE (Europäischer Fond für regionale
Entwicklung), EAGFL (Europäischer Ausgleichs- und Garantiefonds
für die Landwirtschaft) und des ESF (Europäischer Sozialfonds)
gesperrt. Die Bundesrepublik bzw. die Länder erhielten eine
"Schonfrist" bis zum 31. März 2001, um die nach
fachlichen Kriterien erforderlichen Gebiete nachzumelden.
Das Urteil des EuGH v. 11.09.2001