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Bezirksgruppe Braunschweig e. V.
Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz
Die Bezirksgruppe Braunschweig des NABU
hat für ökologisch wertvolle Gebiete die Pflege übernommen.
Das sind Gebiete unterschiedlichster Art in der Braunschweiger
Region, wie Wald, Brachen, Feuchtgebiete, Streuobstwiesen oder
ein Steinbruch. Diese Liegenschaften sind im eigenen Besitz, sind
gepachtet oder werden über einen Betreuungsvertrag gepflegt.
Die Pflege erstreckt sich u.a. auf folgende Arbeiten: 
Bäume pflanzen
Sträucher pflanzen
Bäume schneiden
Bäume fällen
Zäune instand setzen
Wiesen mähen und von Gebüschaufwuchs befreien
Reisig aufstapeln
Nistkästen kontrollieren
eventuell Gewässer säubern
Wer möchte, kann ein Gebiet zur ständigen Betreuung
übernehmen und kleinere Pflegearbeiten selbst durchführen.
Arbeiten größeren Umfangs werden in gemeinsamen Einsätzen
durchgeführt. Die Termine dazu sind auch unserem
Veranstaltungskalender zu entnehmen.
Freiwillige Helfer sind
immer willkommen!
Sie können sich in der Geschäftsstelle oder beim
Ansprechpartner für die Biotopschutz-Einsätze melden.
Ansprechpartner:
Ulrich Welk (Tel.: 0531- 355 7279).
Spendenkonto:
NABU
BezGrp. Braunschweig , Postbank Hannover,
BLZ 250 100 30 , Kto.-Nr. 81 011 - 304
Spenden an den NABU sind natürlich steuerlich absetzbar. Bis 100,- Euro genügt dem Finanzamt der Kontoauszug als Spendenbeleg.
Sie können uns auch durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen! Der Jahresbeitrag beträgt nur 48,- Euro, eine Familienmitgliedschaft sogar nur 55,- Euro und für Jugendliche, Erwerbslose und Rentner bieten wir im NABU einen reduziert Beitrag von nur 24,- Euro an. Neben dem ideellen Wert der Unterstützung einer guten Sachen erhalten Sie als Mitglied vierteljährlich das umfangreiche NABU-Journal des Bundesverbandes sowie halbjährlich unser umfangreiches regionales Veranstaltungsprogramm und die Mitteilungsbroschüren. Außerdem bekommen Sie in unserem Shop Ermäßigungen auf Ferngläser, Spektive und Kalender, darüber hinaus Ermäßigungen in NABU-Besucherzentren..... Gern senden wir Ihnen auch kostenlos verschiedenes Info-Material zu. Hier erhalten Sie zum Download (PDF) ein Beitrittsformular .
Termine
der Biotopschutz-Einsätze
09. Januar
2010 Sonnabend
Biotopeinsatz am Hondelager Weg
(Obstbaumschnitt). Treffen 10.00 Uhr am Einsatzort fällt witterungsbedingt aus.
06.
Februar 2010 Sonnabend
Waldarbeiten im Scharnickel. Treffen 9.00 Uhr
an der Einfahrt zur neuen Gröpelnkuhle.
13. März
2010 Sonnabend
Biotopschutzeinsatz in der Tunicastraße, Reinigung
des Obstgartens. Treffen 10.00 Uhr am Einsatzort.
10. April - Sonnabend
Zauninstandsetzung am Steinbruch Baddeckenstedt. Treffen:
9.00 Uhr am unteren Eingang zum Steinbruch.
14. August Sonnabend
Arbeitseinsatz im Garten Wendhausen. Treffen
18.00 Uhr im Garten Wendhausen, Breslauer Straße 5. Arbeit im
Garten, anschließend Einweihung der Gartenbeleuchtung mit
Grillveranstaltung. Grillgut bitte mitbringen; Getränke werden
angeboten. Ende ca. 20.00 Uhr. Ansprechpartner: Ulrich Welk (Tel.
0531 - 355 7279).
Anmerkung: Weitere Arbeitseinsätze werden ggf.
kurzfristig anberaumt.
04. September Sonnabend
Arbeitseinsatz im Biotopschutz.
Zauninstandsetzung am Steinbruch Baddeckenstedt. Treffen 9.00 Uhr
am unteren Eingang zum Steinbruch. Leitung: Ulrich Welk (Tel.
0531 - 355 7279).
Dauer der Einsätze jeweils 4 5
Stunden.
Weitere Einsätze werden nach Absprache mit den Flächenbetreuern
ggf. kurzfristig anberaumt.
Die Termine ab Oktober 2010 werden Anfang September festgelegt
und dann umgehend hier eingepflegt.
Linktipps:
NABU | Natur des Jahres
Förderverein Waldforum Riddagshausen
Sind neu eingewanderte Pflanzenarten ein Naturschutzproblem ?
Vom Gesinnungswandel im Umgang mit Herkulesstaude, Indischem Springkraut & Co
Für Zoologen und Botaniker ist es längst
Gewissheit: Deutschland ist ein Einwanderungsland und das
seit Zeiten, als es Deutschland als solches noch gar nicht gab.
Nachdem sich die Natur von der letzten Eiszeit erholt hatte und
bevor die Menschen sesshaft und zu Ackerbauern und Viehzüchtern
wurden, war Mitteleuropa weitgehend von Wald bedeckt. Mit dem
Roden des Waldes für Weiden und Äcker entstanden neue
Offenlebensräume. Diese wurden teilweise von alteingesessenen
lichtliebenden Arten besiedelt, die vorher ein Nischendasein an
Waldlichtungen und anderen baumfreien Flächen führten. Es
wanderten aber auch zahlreiche licht- und wärmeliebende
Pflanzenarten aus dem Mittelmeerraum, Kleinasien und den
östlichen Steppen neu ein, vielfach zusammen mit der Einführung
neuer Feldfrüchte.
Kleinere Einwanderungswellen gab es später
auch durch die römische Kolonisierung und durch die
Klostergärten des Mittelalters. Mit der "Entdeckung"
Amerikas im Jahre 1492 setzte ein weiterer starker Zustrom neuer
Arten nach Europa ein. Unter Botanikern gilt deshalb 1492
als Scheidejahr. Vorher eingebürgerte Pflanzenarten
gelten als Alteinwanderer (Archäophyten), alle danach eingebürgerten als
Neuankömmlinge, im Botanikerlatein Neophyten genannt. Den meisten Neuankömmlingen
gelingt es nicht, dauerhaft bei uns Fuß zu fassen, immerhin 270
neophytische Arten gelten aber inzwischen als fest eingebürgert.
Die große Mehrheit der Neophyten hat sich
für den Laien unauffällig in bestehende Pflanzengemeinschaften
eingepasst, unter ihnen heute allgemein verbreitete Arten wie
Franzosenkraut, Frühlings-Greiskraut, Strahlenlose Kamille und
Persischer Ehrenpreis. Eine zweite Gruppe besiedelt des wärmeren
Klimas wegen fast ausschließlich typische Stadtbiotope und ist
in der freien Landschaft kaum zu beobachten; hierzu gehören
Gehölze wie Sommerflieder (Buddleia), Eschenahorn und
Götterbaum. Auffallend und problematisch dagegen
ist eine kleine Gruppe von Hochstauden, darunter Goldrute,
Staudenknöterich und Herkulesstaude. Sie können
mannshohe, kaum durchdringbare Dickichte bilden und verdrängen
dabei die bodenständige Pflanzenwelt oder schwächen zumindest
deren Überlebenskraft.
Sprung über den
Gartenzaun
Viele Neubürger wurden ursprünglich als Zierpflanzen in
botanische Gärten eingeführt und von dort führte der Weg in
die Hausgärten oder gleich in die freie Landschaft. Schon um
1650 war der Topinambur als Nahrungspflanze bekannt. Heute ist er
vor allem an den Stromsystemen von Rhein, Weser und Elbe
eingebürgert. Die aus Nordamerika stammenden licht- und
wärmebedürftigen Goldrutenarten wurden im 17. Jahrhundert
eingeführt, Japanischer Staudenknöterich und
Sachalin-Knöterich dagegen kamen erst Anfang des letzten
Jahrhunderts zu uns, sie dienten zeitweise auch als Viehfutter.
Das Drüsige oder Indische Springkraut, beheimatet im westlichen
Himalaya, gelangte ebenfalls um 1800 nach Mitteleuropa. Als
letzte der Problemarten kam um die Jahrhundertwende die
Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, aus dem Kaukasus
als imposante Zierpflanze in die Gärten.
Der Sprung über den Gartenzaun erfolgte
entweder durch flugfähige Samen wie bei der Goldrute oder durch
Ablagerungen von Gartenabfällen in der freien Landschaft, die
Samen oder Bruchstücke des Wurzelstocks enthielten. Oft wurden
die ausbreitungsstarken Arten auch im Garten lästig und man
versuchte, sich ihrer zu entledigen. Heute werden zusätzlich
Samen und Wurzelstücke durch Verlagerung von Erdmaterial bei
Straßenbaumaßnahmen über weite Entfernungen verschleppt.
Eine nicht unerhebliche Rolle spielt das
absichtliche Ausbringen von Samen in die freie Natur. Goldrute,
Indisches Springkraut und Riesen-Bärenklau wurden und werden
häufig von Imkern als Bienenweide ausgesät, wobei neben dem
relativ späten Blühtermin gerade die Fähigkeit zur
Massenausbreitung geschätzt wird. Ähnliches gilt für
Kugeldistel, Phacelie und Robinie. Die nordamerikanische Robinie
oder Scheinakazie wird außerdem im Forst als Rohbodenaufbereiter
eingesetzt, da sie wie viele Schmetterlingsblütler über die
Wurzeln Luftstickstoff zu binden vermag. Topinambur hingegen wird
wegen seiner zuckerhaltigen und nahrhaften Knollen immer wieder
von Jägern zur Wildäsung angebaut, in einigen Gegenden wird aus
den Knollen Schnaps gebrannt.
Der
Verdrängungswettbewerb hat begonnen
Neu ankommende Arten fassen am ehesten auf offenen Böden Fuß.
Bevorzugte Ansiedlungsorte sind deshalb vom Menschen gestörte
Stellen wie Industriebrachen, Bauerwartungsland und neu angelegte
Straßenböschungen. Bei den unabsichtlich eingeschleppten Arten
liegen die Wuchsorte oft in der Nähe von Häfen,
Güterbahnhöfen oder entlang der Bahnstrecken, aber auch an
Flussufern. Durch die fehlende Konkurrenz anderer Arten gelingt
den Neueinwanderern Keimung und Wachstum hier weitaus besser als
in bereits geschlossenen Vegetationsdecken. Entlang der Flussufer
kommen begünstigend der Nährstoffreichtum des Bodens und die
Transportfunktion des fließenden Wassers hinzu, mit dem Samen
und Pflanzenteile flussabwärts weitergetragen werden. Bei
Hochwasser gelangen sie sogar weitab in die Talräume hinein. Mit
der Rodung der natürlichen gewässerbegleitenden Auwälder
wurden für die Neophytenansiedlung ideale Bedingungen
geschaffen.
Topinambur und Springkraut haben ihren
Verbreitungsschwerpunkt in den Ufer- und Auenbereichen, während
Knöterich, Goldrute und Herkulesstaude auch auf trockeneren
Ruderalstellen entlang von Straßen und Bahnlinien und auf
Schuttplätzen zu finden sind. Die Goldrute ist zudem äußerst
stark auf Brachen aller Art verbreitet und dringt auch auf
degenerierte Trocken- und Magerrasen vor. Auf
landwirtschaftlichen Flächen ermöglicht gerade das Aussetzen
der regelmäßigen Bewirtschaftung der Goldrute die Ausbreitung.
Natürlich ist die Ausbreitung von
Pflanzenarten keine Einbahnstraße. Umgekehrt hat eine große
Zahl europäischer Arten in Amerika ideale Lebensbedingungen
gefunden. Einige wurden bald überall bekannt, so gilt der
Breitwegerich wegen seiner Verbreitung durch die Siedler Anfang
des 19. Jahrhunderts bei den Ureinwohnern als "Fußspur des
weißen Mannes". Andere Arten verursachen große Probleme,
wie die bei uns schon selten gewordene Wassernuss, die in den
Großen Seen Nordamerikas ernsthaft die Schifffahrt behindert.
Der Konkurrenz
überlegen
Mehrere Faktoren bedingen die hohe Konkurrenzkraft der Neubürger
gegenüber einheimischen Arten: Neophyten werden bisher praktisch
nicht von Fraßschädlingen oder Parasiten befallen, die die
Bestandsentwicklung auf natürliche Weise kontrollieren. Die
Goldrute hat in ihrer nordamerikanischen Heimat 290 Insektenarten
als Fraßschädlinge, die wurden aber nicht mit importiert
hierzulande hat die Goldrute noch keinen einzigen
Fraßschädling. Goldrute und Staudenknöterich breiten sich
über Wurzelausläufer auch ungeschlechtlich aus. Am
unterirdischen Wurzelstock, dem Rhizom, werden jedes Jahr neue
Knospen angelegt, die im Folgejahr austreiben. Ähnlich ist es
beim Topinambur, der kartoffelähnliche Sprossknollen ausbildet.
Aus ein und der selben Mutterpflanze entsteht so in kürzester
Zeit eine große und dichte Herde. Die sehr hohe Samenproduktion
ermöglicht Springkraut und Herkulesstaude die effektive
Ausbreitung. Diese Arten erreichen in kurzer Zeit Wuchshöhen von
anderthalb bis vier Metern. Da sie auch sehr dicht wachsen,
werden kleinere und langsamwüchsigere angestammte Arten
beschattet, bis diese verkümmern oder schließlich ganz
verschwinden. An Flussufern können so kilometerlange
Reinbestände von Springkraut oder Staudenknöterich entstehen.
Selbst Gehölze kommen hier auf natürliche Weise nicht mehr
hoch. Damit gehen typische Lebensgemeinschaften aus bestimmten
einheimischen Pflanzen und den speziell daran angepassten Tieren
vor allem Insekten zugrunde.
Nur wenige Insektenarten sind so wenig
spezialisiert, dass sie sich auch von neuen Arten ernähren
darunter zur Freude der Imker die Honigbiene. Was die
Wildbiene aber nicht kennt, frisst sie nicht, ließe sich in
Abwandlung eines Sprichwortes sagt. So sind von den 429
Wildbienenarten Baden-Württembergs bisher erst ganze vier
bekannt, die Pollen der Goldrute nutzen. Zum Vergleich: Die von
der Goldrute teilweise aus den Halbtrockenrasen verdrängte
Skabiosen-Flockenblume ist nachgewiesen Pollenlieferant für 32
Wildbienenarten, für sieben davon sind Flockenblumen ihre
einzigen Nahrungsquellen. Für die Wildbienen ein schlechter
Tausch. Auch das Indische Springkraut wird lediglich von drei
weit verbreiteten Hummelarten besucht. Am regen spätsommerlichen
Flugverkehr an Goldrute und Springkraut sind also nur wenige
Arten beteiligt. Masse statt Klasse eben.
Die Rächer der
Verdrängten
In natürlichen Ökosystemen richten die vitalen Neuankömmlinge
allerdings nur begrenzten Schaden an. Fast immer wird ihr
Vordringen durch vorherige vom Menschen verursachte
Veränderungen erst möglich oder wenigstens stark begünstigt.
Die Reaktion mancher Naturfreunde auf bunt blühende
Springkräuter und Goldruten lässt sich deshalb rational
eigentlich nicht begründen. Gestandene Naturschützer ziehen
plötzlich als wildgewordene Sensenrambos oder Rächer der
Verdrängten durch die Feldmark in den Jackentaschen immer
einen Vorrat an Kupfernägeln, um sie bei passender Gelegenheit
an falscher Stelle wachsenden Essigbäumen ins hölzerne Herz zu
treiben.
Vielleicht macht sich hier auch die
sonstige Ohnmacht des Naturschützers Luft, ist es doch
einfacher, einen Flecken Springkraut niederzumähen, als eine
Autobahn zu verhindern. Ganz sicher steht dahinter auch die alte
Frage, wie und zu welchem Zweck Naturschutz eigentlich zu
betreiben ist. Wenn denn der Istzustand oder gar ein historischer
Zustand erhalten werden soll, müssen höhere Artenvielfalt
garantierende Bewirtschaftungsformen wieder eingeführt oder
durch Pflegemaßnahmen simuliert werden. Wäre der oben erwähnte
Halbtrockenrasen weiter durch Beweidung genutzt, hätte die
Goldrute gar keine Chance, die Flockenblume zu verdrängen. Das
Vordringen der Goldrute ist in diesem Fall kein Neophytenproblem,
sondern eines der Standortveränderung und der natürlichen
Sukzession. Mit einheimischen Arten wie Landreitgras oder
Wacholder könnten die Wildbienen genauso wenig anfangen.
Bekämpfungsmaßnahmen: Köpfen, ausreißen und beschatten
Die gezielte Bekämpfung ausbreitungsfreudiger
Neophyten kann in bestimmten Fällen auch aus Naturschutzsicht
sinnvoll sein, etwa wenn schützenswerte Lebensgemeinschaften
bedroht sind oder Biotope und Landschaftsstrukturen mit ihrer
typischen Tier- und Pflanzenwelt wiederhergestellt werden sollen.
Nach einer Untersuchung im Auftrag des baden-württembergischen
Umweltministeriums haben sich folgende Methoden bewährt:
Das Indische
Springkraut
ist eine einjährige Art. Es
genügt also, die Samenverbreitung zu verhindern. Das Springkraut
lässt sich sehr gut ausreißen, auch die Mahd während der
Blüte ist sehr wirkungsvoll. Da es an den Sprossknoten leicht
zur Wiederbewurzlung kommt, müssen ausgerissene Pflanzen und das
Schnittgut unbedingt abgeräumt und kompostiert werden. Auch
gezielte Überflutung mit mindestens einer Woche Staunässe
bringt die Jungpflanzen zum Absterben.
Topinambur vermehrt sich kaum über Samen, hier müssen die
Knollen entfernt oder die Knollenbildung verhindert werden. Neben
dem mühsamen Ausgraben und Absammeln der Knollen im
Winterhalbjahr hilft vor allem ein zweimaliger Schnitt Ende Juni
und Ende August. Die Knollenbildung wird damit fast vollständig
unterdrückt, der Schnitt muss aber mehrere Jahre durchgeführt
werden, bis alle Knollen aufgezehrt sind. Topinambur braucht sehr
viel Licht, Beschattung durch Anpflanzung von Gehölzen ist
deshalb gerade an Flussufern aus Naturschutzsicht die beste
Bekämpfungsmethode.
Auch bei Sachalin-Knöterich und Japanischem
Staudenknöterich ist Beschattung
durch Gehölze die beste und auf lange Sicht wohl auch einzige
erfolgreiche Methode. Auf mehrmaligen Schnitt reagieren die
Staudenknöteriche eher mit verstärktem Austrieb und
Wurzelbildung, bestenfalls bei wenigstens vier bis fünf
Schnitten jährlich mit Auslichtung der Bestände.
Den Goldrutenarten ist schwer beizukommen, weil sowohl der Samenflug wie
auch die Wurzelausbreitung verhindert werden müssen. Je nach
Größe des Bestandes und eventuell notwendiger Rücksichtnahme
auf die Begleitflora gibt es eine ganze Reihe von erfolgreichen
Methoden. Dazu gehören ein wenigstens zweimaliger Schnitt, das
Abdecken mit lichtundurchlässiger Folie und das zweimalige
Zerhacken der Wurzeln mit einer Motorhacke. Das Abflämmen der
Goldrutenbestände ist zwecklos, da dies die Rhizomausbreitung
sogar noch fördert.
Die Herkulesstaude ist zwei- bis dreijährig, sie bildet also zunächst
nur eine Blattrosette und blüht erst im zweiten oder dritten
Jahr. Die einfachste und wirksamste Bekämpfungsmethode ist das
Abschneiden sämtlicher Blütendolden vor der Samenreife. Die
Pflanze stirbt dann ab und treibt auch im Folgejahr nicht wieder
aus. Ein Mahd vor der Blüte dagegen lässt die Herkulesstaude
immer wieder nachtreiben. Da im Boden noch Samen lagern, müssen
die Maßnahmen mehrere Jahre wiederholt werden. Vorsicht: Gelangt
Pflanzensaft auf die Haut, kommt es unter Einfluss des
Sonnenlichts zu schmerzhaften Hautverbrennungen.
Hier mehr Infos zur
Herkulesstaude.
Helge May
aus: Naturschutz heute, dem Mitgliedermagazin des NABU, Ausgabe
4/93, S. 36-39